Pressemitteilung am 13. Juli 2004
Die Verantwortlichen des Atomforschungsreaktors in Garching machen intensive Öffentlichkeitswerbung für das neue Atomprojekt im Landkreis München. Sie loben den Reaktor in den höchsten Tönen und scheuen auch nicht davor zurück, Halbwahrheiten zu verbreiten. Sie bemühen beispielsweise die Medizin als Akzeptanzbeschaffer für das neue Atomprojekt, obwohl die Neutronentherapie am Atomreaktor die schlechteste aller Strahlenarten zur Krebsbehandlung und deshalb weltweit im Rückzug ist, in England ist sie mittlerweile sogar verboten.

In die Propaganda der Reaktorleute passt deshalb nicht, die Öffentlichkeit über die Anfang Mai diesen Jahres stattgefundene erhöhte Gammadosisleistung zu informieren, die zu einer Reaktorschnellabschaltung geführt hat.

Der gemeinnützige Verein BÜRGER GEGEN ATOMREAKTOR GARCHING e. V. erfuhr erst kürzlich von der erhöhten Radioaktivität durch einen Informanten. Die Reaktorstation hat diesen Vorfall verheimlicht und die Öffentlichkeit nicht darüber informiert. Dieses intransparente Verhalten zeigt deutlich, dass den Reaktorleuten nicht zu trauen ist, sie lieber Himmelhochjauchzende Pressemitteilungen verbreiten als über Störungen am Atomreaktor zu informieren. Auch das Bayerische Umweltministerium ist seiner Informationspflicht nur verschämt und völlig unzureichend nachgekommen. Es hat den Vorfall auf seinen Internetseiten kaum auffindbar versteckt.

Die GSF in Neuherberg mit den Messungen am Reaktor zu betrauen passt ebenso in dieses Bild. Die GSF hat nach dem Atomreaktorunfall in Tschernobyl seinen Mitarbeitern verboten, etwas über das wirkliche Ausmaß der Messergebnisse in der Öffentlichkeit zu sagen, nicht einmal mit dem Nachbarn durften Mitarbeiter darüber sprechen.

Gina Gillig, Vorstand der BÜRGER GEGEN ATOMREAKTOR GARCHING e. V.: „Die FRM2-Reaktorstation – sonst immer sehr beflissen im öffentlichem Bejubeln ihres ‚tollen’ neuen Atomforschungsreaktors – hat der Öffentlichkeit die Reaktorschnellabschaltung wegen erhöhter Radioaktivität verheimlicht. Dies zeigt deutlich, dass den Atomreaktorbetreibern in Garching nicht zu trauen ist. Es ist davon auszugehen, dass die Reaktorstation bei weiteren Störungen, radioaktiven Verseuchungen oder bei einem schweren Unfall die Öffentlichkeit ebenfalls gar nicht oder nicht umfassend informieren wird. Die Reaktorleute sind nur auf ihren eigenen Vorteil geeicht und handeln verantwortungslos der Bevölkerung gegenüber.“


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