"Sorglos baden in der Isar, ohne Angst vor Keimen planschen - das soll bald Realität sein" mit den UV-Anlagen der Kläranlagen an der Isar. Eine erfreuliche Meldung im Jahr 2005, denn eine saubere Isar wünschen wir uns alle!

Wenn dem nur so wäre! An der einen Stelle bemüht man sich, die Isar sauberer zu bekommen, an andere Stelle genehmigt die Bayerische Staatsregierung durch das Landratsamt München die Einleitung radioaktiver Stoffe in die Isar.

Die radioaktiven Einleitungen sind bisher in der Öffentlichkeitsarbeit zur Sanierung der Isar nie thematisiert worden. Will man sie verschweigen?

Am 15. März 2000 wurde die Erlaubnis zur Benutzung der Isar als radioaktive Müllkippe rechtskräftig: damit dürfen bei Garching beim Fluß-km 130,300 radioaktive Abwässer, Kühlwasser und gesammeltes Niederschlagswasser in die Isar geleitet werden.

Einleiten dürfen folgende Einrichtungen der TU München in Garching: der neue Atomforschungsreaktor FRM 2, das Institut für Radiochemie und das Zyklotron.

Darüber hinaus hat die bayerische Staatsregierung über das Landratsamt München eine "Gehobene Erlaubnis" erteilt. In der Vergangenheit war für Einleitungen in die Isar nur eine "Einfache Erlaubnis" erteilt worden. Die nun erteilte "Gehobene Erlaubnis" bedeutet, dass die Bürgerinnen und Bürger im Falle einer Schädigung von Gesundheit und Eigentum durch Radioaktivität keine Möglichkeit mehr haben werden, eventuelle Schäden einklagen zu können.

Diese rechtliche Benachteiligung der Bürger ist gravierend, da die beantragten Radioaktivitätsmengen in voller Höhe in den Genehmigungsbescheid eingegangen sind.

Der neue Atomforschungsreaktor FRM 2 darf zehnmal mehr an radioaktivem Tritium einleiten als das alte Atomei bisher. Außerdem darf er 100 mal mehr an radioaktiven Nukliden - ohne Tritium - einleiten als dies große Atomkraftwerke im Betrieb tatsächlich tun.

Es ist keinesfalls nötig, radioaktiv verseuchte Abwässer in die Isar zu leiten. Vielmehr gibt es technische Verfahren, die die radioaktiven Stoffe zurückhalten. Dies ist aber teurer als die radioaktiven Abwässer einfach in die Isar zu kippen.

Es ist unglaublich, dass bei Radioaktivität Kostenersparnis Vorrang vor dem Schutz der Gesundheit und dem Leben der Bevölkerung hat. Da nutzt es wenig, wenn zurecht die Isar vor Keimen gereinigt wird, man sie aber an anderer Stelle als radioaktive Müllkippe benutzt.

Wir fordern den sofortigen Stopp der radioaktiven Einleitungen in die Isar in Garching östlich des Atomforschungsreaktors FRM 2.

Foto: Ahnungslose Erholungssuchende baden gleich unterhalb der Einleitungsstelle.

Die BÜRGER GEGEN ATOMREAKTOR GARCHING e. V. haben diesen unhaltbaren Zustand fotografiert und fordern den sofortigen Stopp der radioaktiven Einleitungen. Aber die zuständigen Behörden tun nichts! Auch Schilder dürfen nicht aufgestellt werden!

"Saubere" Isar mit Radioaktivität

Wir freuen uns alle, dass die Isar angeblich sauberer geworden ist. Ist sie das wirklich? Nein, denn die Isar dient als radioaktive Müllkippe für den Atomforschungsreaktor FRM 2 und zwei weiteren Instituten in Garching. Östlich des Atomreaktors werden regelmäßig erhebliche Mengen an radioaktiven Abwässern in die Isar abgelassen. Der bayerische Umweltminister Schnappauf verschweigt dies in seinen Reden und Pressemitteilungen der Öffentlichkeit. Die Bevölkerung soll darüber nicht informiert werden. Gleich unterhalb der Einleitungsstelle baden Leute, ahnungslos!

Wir fordern den sofortigen Stopp der radioaktiven Einleitungen in die Isar!

13. Juni 2006

Siehe auch Ausgabe des 'Kuckucksei'


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