Die Stadt München verleiht ihren Umweltpreis 1995. Unter den ausgesuchten vier Preisträgern befindet sich auch die Firma SIEMENS. Die Entscheidung, eine Firma auszuzeichnen, die in Deutschland das Rückgrat der Atomlobby und Monopolist ist für den Bau von Atomreaktoren, ist für die BÜRGER GEGEN ATOMREAKTOR GARCHING e.V. skandalös und nicht nachvollziehbar. Der Konzern spielt die zentrale Rolle in der deutschen Atomwirtschaft. So ist SIEMENS Mitantragsteller für den Bau des ersten deutschen Atomreaktors nach Tschernobyl, den Atomforschungsreaktor FRM II in Garching.

Ohne öffentliche Ausschreibung wurde dieses geplante Projekt des FRM II der Firma SIEMENS zugeschanzt. Diese nahm diese Gelegenheit freudig auf, um endlich wieder einmal im eigenen Land den Bau eines neuen Atomprojektes vorweisen zu können, um ihre dahinsiechende, rote Zahlen schreibende Atomabteilung am Leben zu erhalten. Ein Festhalten der Firma SIEMENS an der rückwärtsgewandten, gefährlichen Atomtechnologie ist unverantwortlich. Die Verleihung des Münchner Umweltpreises an eine skandalumwitterte Atomfirma ist somit völlig unverständlich.

Vielmehr ist SIEMENS zu helfen, aus dem Atomgeschäft auszusteigen. Um dafür die wirtschaftlichen Gründe zu schaffen, unterstützen die BÜRGER GEGEN ATOMREAKTOR GARCHING e.V. den bundesweiten "Siemensboykott", dem sich über 120 Verbände und Organisationen angeschlossen haben. Sie rufen dazu auf, solange keine Produkte des Siemenskonzerns mehr zu kaufen, bis der Konzern seine Atomgeschäfte unwiderruflich eingestellt hat. Auf den Bau des neuen deutschen Atomreaktors FRM II ist zu verzichten, zumal es andere, ungefährlichere Methoden zur Neutronenerzeugung gibt.

Aktion dazu vor dem Münchner Rathaus am 7. Dezember 1995


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