Forschungsreaktoren sind die einzigen Nutzer von HEU im zivilen Bereich. Sie sind Schlupflöcher im Regime der Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen. 1977 – 1980 INFCE-Konferenzen, Bemühungen internationalen Handel mit HEU zu reduzieren. RERTR-Progamm, US-amerikanisches Entwicklungsprogramm für neue Brennelemente, unterstützt von der IAEO. Ziel: mit Hilfe höherer U-Dichten den Gebrauch von HEU verzichtbar machen. seit 1979 AF-Programm in Deutschland, gefördert von BMFT mit 50 Mio. DM seit 1987 neuartige hochdichte Brennstoffe (Uransilizide) stehen für Umrüstung von Forschungsreaktoren auf HEU zur Verfügung.

Erfolg: Entwicklung neuer hochdichter Brennelemente auf Basis von Uran-Siliziden; weltweit Forschungsreaktoren, die bisher mit HEU arbeiteten, auf LEU2 umgestellt. BRD: FRG I Geesthacht, BER II Berlin, (FRJ II Jülich geplante Stilllegung). Nach Inbetriebnahme von Orphee (Saclay, Fkr) in 1980 weltweit kein Forschungsrektor mit HEU in Betrieb genommen (Ausnahmen China, Libyen, Russland) 1984 Bundesregierung betont, dass neue Forschungsreaktoren nur noch mit LEU ausgerüstet werden (BT-Drucksache 10/2402). 1988 Erste HEU-Pläne für FRM II. Auswärtiges Amt vertritt die Auffassung, wonach die Einrichtung einer neuen Forschungsanlage mit HEU die internationale Zusammenarbeit gefährdet. seit 1988 „informelle Diskussion“ mit USA. 1991 Erste Ankündigung der USA, dass man für einen neuen Reaktor kein HEU liefern würde. Erste Ankündigung der USA, dass man für einen neuen Reaktor kein HEU liefern würde. 1993 Einstimmiger Bundestagsbeschluss, auf HEU in Forschungsreaktoren soll verzichtet werden, soweit dies technisch möglich ist. 1994 In USA wird ANS (330 MW) nach Prüfung der Umrüstung aus finanziellen und proliferationspolitischen Gründen gestoppt. Nonpaper, Note der USA, dass sie für neuen Reaktor kein HEU liefern werden. Grund: nationale Gesetzgebung, Schumer-Amendment. Russisch-amerikanisches Übereinkommen (Proliferationsgründe): 500 t militärisches russisches HEU soll zu LEU verdünnt werden als Brennstoff für Leistungsreaktoren. Sept. 1994 Angebot des DOE Deutschland mit Wissenschaftlern des ANL bei Neukonzeption des FRM II mit LEU zu helfen. BMFT verschweigt dies zuerst, dann wird es als unaufrichtiges Angebot bezeichnet. Mai 1995 Verhandlungen über Verlängerung des Atomwaffensperrvertrags. Deutsche Delegation verhindert Initiative von 11 Staaten und Formulierung: „Einsatz von HEU in neuen Forschungsreaktoren grundsätzlich verboten“. Auswärtiges Amt: FRM II verstoße nicht gegen internationale Empfehlungen. Sept. 1995 RERTR-Tagung in Paris, ANL konkretisiert das Angebot, um TUM doch noch von ihrem HEU-Design abzubringen, Vorstellung von 2 Modellkernen mit LEU. 1996 Deutsch-amerikanisches Treffen am Tegernsee, neuer Anlauf zur Umstellung des geplanten FRM II auf LEU, ANL-Studie zur Umstellung auf LEU. Erneute Intensivierung des RERTR-Programms in den USA zur Weiterentwicklung hochdichter Brennstoffe, damit auch Hochflussreaktoren auf LEU umgestellt werden können 1998 USA nicht bereit, HEU für den FRM II zu liefern aus Proliferationsgründen. Bundesregierung schließt Rahmenabkommen mit Russland zur Lieferung von 1200 kg HEU für die Versorgung des FRM II.


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