Zeittafel - Übersicht zum FRM 2 von 1981 - 2004
1981 Erste Studien von einem neuen Reaktorkonzept (LEU) vorgestellt. Ersatz des alten Atomeis von 1957.

Prüfung von drei Möglichkeiten zur Förderung der Neutronenphysik: Bau eines Reaktors, Erweiterung des Berliner Reaktors BER II, Bau einer Spallationsquelle SNQ 1985 Bundestag beschließt, SNQ nicht zu bauen. 1986 Wissenschaftsrat äußert sich positiv zum Münchner Projekt als Überbrückung bis zu einer in den 90er Jahren zu bauenden Europäischen Spallationsquelle. Kultusministerkonferenz fordert TUM auf, Reaktorprojekt auszuarbeiten und Sicherheitsbericht vorzulegen. 1987 TUM reicht Bauantrag ein. 1988 Erste HEU-Pläne für den FRM II. Fa. Siemens beginnt sich aktiv an der Planung zu beteiligen. Finanzierungskonzept (Bund und Land) für Baukosten von 360 Mio. DM. 1989 Neuverlegung des Abwasserkanals für schwach radioaktive Abwässer. Verseuchung von 3000 t Erdreich durch Tritium, Plutonium, Americium. Gesamtaktivität 4000 Bq/kg, 60fache Überschreitung der Grenzwerte. Undichtigkeiten und Wurzeleinwuchs im Abwassersystem des Atomei Dez. 1991 „Selbstkostenangebot“ der Fa. Siemens, Baukosten: 525 Mio. DM gebunden an straffe Terminplanung: Baubeginn Anfang 1994, Fertigstellung Mitte 1998. Feb. 1993 Einleitung des Raumordnungsverfahrens und des atomrechtlichen Genehmigungsverfahrens. April 1993 Landtagsanhörung: Spallation als Alternative zum Reaktor. Ende 1993 Offenlegung der Planungen im Rahmen des atomrechtlichen Genehmigungsverfahrens, seitdem Frage der Auslegung mit waffenfähigem HEU-Brennstoff im Zentrum der öffentlichen Kritik. Einwendungen aus USA, Japan, Österreich. USA melden Bedenken wegen Weiterverbreitung von atomwaffenfähigem Material (Proliferation) an, Lieferung von Uran (HEU) aus USA in Frage gestellt. Mai 1994 Erörterungstermin, SB bereits überholt, Umplanung „Auslegung gegen Flugzeugabsturz“ wird bekannt gegeben, liegt Genehmigungsbehörde selbst noch nicht vor. Es wird bekannt, dass TUM bereits Verhandlungen mit Frankreich und Russland aufgenommen hat wegen Lieferung von HEU. Offener Brief von Wissenschaftlern gegen die Verwendung von HEU (FRM II ein Präzedenzfall). Sommer 94 Fa. Siemens erhält Generalunternehmervertrag ohne öffentliche Ausschreibung, Siemens selbst ein Memorandum vorgelegt, Ausschaltung der Fa. Technicatome. Oberster Rechnungshof überprüft wettbewerbslose freihändige Vergabe. Jan. 1995 Stadt Garching erteilt Einverständnis zum Bau des Reaktors. April 1995 Vorbereitende Baumaßnahmen, das radioaktiv verseuchte Gelände entlang des Abwasserkanals wird teilweise dekontaminiert. Juli 1995 Einwendungsverfahren zur nachgeschobenen UVP (ohne Erörterung). Okt. 1995 Erörterungstermin zur wasserrechtlichen Genehmigung der Bauwasserhaltung während der Bauphase des FRM II. Es wird zugegeben, dass es bereits 1979 (nicht nur 1989) Undichtigkeiten durch Wurzeleinwuchs beim Abwasserkanal gab. Die Wartungsarbeiten waren nicht vorschriftsmäßig durchgeführt worden. 1996 Erteilung der 1. TEG, vorläufiges positives Gesamturteil Baubeginn, erster Spatenstich. 1997 Grundsteinlegung. Erteilung der 2. TEG. Klage gegen die 1.TEG abgewiesen. 1998 Richtfest für Rohbau. Co-57 Unfall am Zyklotron, Verschleppung von radioaktiven Partikeln bis in Privatwohnungen. 1999 Klage gegen die 2. TEG abgewiesen. Revision nicht zugelassen. Bürgerentscheid zum FRM II in Garching, Mehrheit der Bevölkerung lehnt Reaktor ab. Erörterung zum Wasserrechtsverfahren für die Einleitung schwach radioaktiver Abwässer aus dem Forschungsgelände (einschließlich FRM II) in die Isar. TUM stellt Antrag auf Erteilung der 3.TEG. 2000 altes Atomei wird außer Dienst gestellt. Expo 2000, Thema: "Krebsbehandlung mit Neutronen". Auf dem Gelände des FRM II sollen zwei neue Zentren entstehen, ein industrielles Anwenderzentrum für die erwerbswirtschaftliche Nutzung des FRM II und ein Kommunikationszentrum, um Besuchern technische Zusammenhänge am FRM II zu erläutern; veranschlagte Kosten: 21 Mio. DM, geplante Fertigstellung 2002. 2001 FRM II angeblich fertig gestellt und betriebsbereit. Sämtliche Dichtungen an den Strahlrohrnasen werden ausgewechselt, weil die zuvor eingebauten korrodiert waren. 2002 Wurzeleinwuchs und Riss an der Verbindungsleitung für schwachradioaktive Abwässer zwischen Zyclotron und Radiochemie. Laut Reaktorteam hätte BMU nur ideologische Vorbehalte gegen das Projekt, entgegen der internationalen Kritik am HEU-Konzept gäbe es auch keine Gefahr der Weiterverbreitung von atomwaffenfähigem HEU, HEU sei nötig wegen Leistungsfähigkeit. Alles stehe für die Inbetriebnahme bereit. Forscher seien bereits abgewandert. Auf Nachfrage allerdings: junge Fachleute ohne feste Stelle, einige Experimente noch nicht vollständig, so dass Verzögerung nicht ungelegen. 2003 Erteilung der 3.TEG (nukleare Betriebsgenehmigung). 2004 erste Revision nach 2 Jahren kalter Betrieb, Erstkritikalität. Symbolische Inbetriebnahme 2005 vss. Routinebetrieb


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